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2. Technische Grundlagen

2.6. Sonstige Einstellungen

Neben der richtigen Belichtung und dem Autofokus gibt es natürlich noch einiges mehr zu beachten und einzustellen. In diesem Kapitel wollen wir uns mit den wichtigsten weiteren Kameraeinstellungen beschäftigen.

Weißabgleich

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Ein Bild mit drei verschiedenen Weißabgleichs-Einstellungen: Von zu warm bis zu kühl. Zur korrekten Bestimmung eignet sich das Kameradisplay leider meistens kaum, auch ein unkalibrierter Computermonitor kann zu falschen Einschätzungen führen. Eine meistens recht zuverlässige Methode ist der manuelle Weißabgleich auf eine Graukarte oder ein Blatt Papier. (85 mm, Blende 2.0, 1/500 s, ISO 1600)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Auch beim Weißabgleich kann man durch bestimmte Einstellungen genauere und vor allem konstantere Ergebnisse erzielen. Zwar sind die Automatiken heutiger Kameramodelle schon sehr weit ausgereift, dennoch können diese auch bei genau gleich bleibender Farbtemperatur des Lichts zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Hat man also eine konstante Lichtsituation ist man mit dem manuellen Weißabgleich oft auf der sicheren Seite, das kann zum Beispiel in Sporthallen mit künstlicher Beleuchtung, bei strahlendem Sonnenschein oder gleich bleibender Bewölkung der Fall sein. Ändert sich dagegen die Farbtemperatur – zum Beispiel durch Wechsel zwischen Wolken und Sonne oder gar durch verschiedene Lampen in der Hallenbeleuchtung – erzielt man mit dem automatischen Weißabgleich meist die besseren Ergebnisse. Einige Kameramodelle neigen im Automatikmodus dazu, Bilder bei künstlicher Beleuchtung sehr warm wiederzugeben, im Schatten kommt es zum gegenteiligen Effekt der blaustichigen Bilder. Auch hier empfiehlt sich falls möglich der manuelle Weißabgleich. Speichert man die Bilder im RAW-Format muss man sich darum übrigens wenig Gedanken machen, diese Dateien ermöglichen es den Weißabgleich ohne Qualitätsverlust erst nachträglich am Computer festzulegen.

Dateiformat

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Ein falscher Weißabgleich kann auch bewusst eingesetzt werden: Hier wurde trotz Sonnenschein der WB Bewölkt eingesetzt, um eine warme Tönung zu erreichen. (16 mm, Blende 8, 1/320 s, ISO 200)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Die Frage ob RAW oder JPEG ist eine der persönlichen Vorliebe, der Speicherkapazität und der eventuell nötigen Geschwindigkeit. So kann man natürlich aus RAW-Dateien unter Umständen deutlich mehr rausholen als aus einer JPEG-Datei, vor allem weil sie für eine qualitativ gute Belichtungskorrektur mehr Spielraum bieten und auch der Weißabgleich nachträglich festgelegt werden kann. Allerdings hilft das wenig, wenn man die Bilder zum Beispiel für den Versand an Agenturen oder Zeitungen sofort im JPEG-Format benötigt und keine Zeit für individuelle Umwandlung jedes Bildes bleibt. Der schnellere Workflow lässt sich eindeutig mit JPEG-Dateien erzielen. Sie sind nicht nur kleiner sondern können auch ohne Umwandlung und spezielle Software von jedem überall eingesetzt werden, auch tun sich leistungsschwächere Computer oder Subnotebooks mit der Verarbeitung großer Rohdaten schwerer als mit kleineren JPEG-Dateien. An der JPEG-Qualität sollte man allerdings nicht sparen, denn was einmal verloren ist kann dann nicht mehr zurückgeholt werden. Individuelle Parameter zu Kontrast oder Schärfung der JPEGs noch in der Kamera sind modellabhängig, eine pauschale Anweisung lässt sich hier kaum geben.