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5. Inhalt und Bildgestaltung

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Die strahlende Siegerin eines Triathlons. Für Zeitungen bringt ein solches Bild oft schon das Wesentliche auf den Punkt. (70 mm, Blende 2.8, 1/2000 s, ISO 200)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Das allerwichtigste Kriterium für gute Sportfotos, wie ganz allgemein für die meisten Fotos, ist der Bildinhalt. Eine aussagekräftige Aufnahme entzieht sich der Technikfrage und schafft es, in einem Bruchteil einer Sekunde eine ganze Geschichte zu schreiben. Sie ist ein Eye-Catcher und im Idealfall ganz ohne Bildunterschrift für die Zielgruppe erschließbar. Sie ist reduziert auf das Wesentliche, ohne aber wichtige Inhalte vorzuenthalten.

Allerdings muss eine großartige Sportaufnahme nicht zwingend nur ein einzelnes Bild sein, sie kann auch erst eingebettet in eine Serie von Bildern, einen Zeitungsartikel oder eine Multimedia-Story ihre Wirkung entfalten. Für die Tagespresse sind dennoch aussagekräftige Einzelaufnahmen am interessantesten, da heute leider kaum mehr eine Zeitung bereit ist, Platz und Geld für Fotoserien und ausführlichen Bildjournalismus zu opfern.

Für den Fotografen ist in jedem Fall ein grundlegendes Verständnis von seinem Fotomotiv entscheidend. Das umfasst sowohl Kenntnisse der Sportart im Allgemeinen als auch über aktuelle, interessante Themen rund um das konkrete Ereignis im Speziellen. Gibt es personelle Veränderungen bei Mannschaften, steht eine bestimmte Person gerade besonders im Rampenlicht, steckt ein Verein in der Krise oder hat ein Sportler gerade die Möglichkeit zu einer einmaligen Siegesserie? Nur wer sich im Vorfeld eingehend mit dem zu fotografierenden Ereignis beschäftigt, kann anschließend zuverlässig aussagekräftige Bilder präsentieren. Aktuelle Informationen aus den verschiedenen Medien sind Pflicht, die Kür dann das eigenständige Erfassen und Festhalten potentiell wichtiger Momente und Motive während des Fotografierens. Man sollte sich immer bewusst sein, das Sportfotografie, von wenigen Künstlern in diesem Genre einmal abgesehen, in erster Linie Journalismus ist – nur eben mit Kamera statt Stift.