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5. Inhalt und Bildgestaltung

5.1. Emotionen

Die Allzweckwaffe für aussagekräftige Bilder sind Emotionen. Wer war der große Gewinner, wer der Verlierer? Jubel, Freude, Erleichterung auf der einen, Enttäuschung, Wut und Verzweiflung auf der anderen Seite, das sind Momente die in mehr oder weniger ausgeprägter Form fast jedes Sportereignis begleiten. Wer es schafft das festzuhalten hat schon halb gewonnen.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Nicht ganz alltäglicher Ärger über eine vergebene Torchance. Dieses Bild war einer Regionalzeitung zusätzlich zum Spielbericht einen eigenen Artikel wert. (400 mm, Blende 2.8, 1/500 s, ISO 800)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Am besten gelingt das, in dem man die Emotionen in einen Kontext bringt. Ein bewährtes Mittel ist vor allem der Kontrast: Die jubelnde Mannschaft im Hintergrund, der enttäuscht auf dem Boden liegende Gegner davor. Oder durch Bildgestaltung die Intention verstärken: Den enttäuschten Verlierer einsam und verlassen auf dem großen Fußballfeld oder den jubelnden Sieger vor den feiernden Fans auf der Tribüne.

Dabei sollte man auch darauf achten, dass eine konkrete Emotion auch wirklich repräsentativ für die Veranstaltung oder Person ist. Das Bild eines jubelnden Spielers nach seinem Treffer zum 1:0 kann sehr schnell sehr uninteressant werden, wenn das Spiel letztlich 1:5 endet. Ein lachender Trainer, dessen Job gerade wackelt weil die Mannschaft in der Krise steckt, wird nur sehr selten Verwendung finden. Ganz anders kann die Lage eine Woche später aussehen, wenn der Befreiungsschlag gelungen ist – nur ist dann ein eine Woche altes Bild schon veraltet und beliebig ersetzbar. Für das Archiv sind Bilder von vielfältigen Emotionen natürlich immer sinnvoll.

Emotionen sind oft nur Sekundenbruchteile dauernde Ausbrüche, weshalb es besondere Konzentration und Umsicht erfordert sie festzuhalten. Manchmal kann der Jubel über ein Tor auf der Trainerbank sehr viel emotionaler ausfallen als der des Torschützen, oft spielen sich weit weg vom Ball noch ganz andere Scharmützel ab, auf die man immer eine Auge haben sollte. Emotionen haben im Sport meistens auch immer zwei Seiten: Die Jubelnden und die Enttäuschten. Im Eifer des Gefechts sollte man daher nie vergessen, auch noch die jeweils andere Seite im Bild festzuhalten.