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5. Inhalt und Bildgestaltung

5.3. Features

Ein letzter Punkt, den man weder in seinem gesamten Portfolio noch bei der Abdeckung eines einzelnen Events vergessen sollte, sind "Features".

»Features zeichnen sich durch dramaturgische Gestaltung aus, technische Kunstfertigkeit und eine große Vielfalt sprachlichen Ausdrucks. Sie enthalten sowohl Merkmale einer Reportage als auch einer Dokumentation.«
Wikipedia

Auf die Sportfotografie bezogen heißt das: Man sollte den Blick schweifen lassen, sich nicht versteifen auf Zweikämpfe und Jubelbilder, sondern das Fotografieren was andere übersehen. Gibt es Details am Spielfeldrand, auf der Tribüne, generell rund um die Veranstaltung, die einen anderen Blickwinkel auf die Sportart zeigen? Motive, die weniger konkreten Journalismus, sondern fast schon Kunst bedeuten? Bilder, die eine Sportart und alles was damit zusammenhängt, vom Fan bis zum Platzwart, zeitlos illustrieren können? Oder kann man mit Hilfe einer Bilderserie ein bestimmtes Detail dokumentieren und kommt dabei Personen näher, begleitet sie vor und nach der Veranstaltung und zeigt sie damit aus einem bis dato unbekannten, persönlichen Blickwinkel?

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Die Füße eines abspringenden Beachvolleyballers: Als Illustrationsbild zeitlos verwendbar. (400 mm, Blende 4.0, 1/1000 s, ISO 200)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Der Blick für das Ungewöhnliche und Besondere, für Details neben dem Geschehen und der Mut, ein paar Standard-Szenen zu verpassen um dafür ein einmaliges Bild zu schaffen, das zeichnet den wirklich guten Sportfotografen aus.

Die Vorbereitung auf eine Sportveranstaltung ist also das A und O für gelungene Aufnahmen. Natürlich kann man auch ohne den ein oder anderen Glückstreffer erzielen, die Ausbeute steigt allerdings enorm, wenn man bereits vor Ankunft am Sportplatz verschiedene Bildideen im Kopf hat und dann versucht gezielt an deren Umsetzung zu arbeiten. Dabei kann auch ein Blick über den Tellerrand nicht schaden:

Wie wurde die Sportart bisher umgesetzt? Welche Perspektiven sind möglich? Man sollte nicht aus falschem Stolz glauben, man könnte ganz ohne Inspiration die Sportfotografie neu erfinden. Es gibt heutzutage fast nichts, was noch nicht fotografiert wurde, so ist es durchaus legitim sich ein paar Bildideen von den Großen des Fachs abzuschauen und versuchen sie umzusetzen. Der Lerneffekt ist enorm, man schärft den Blick und schafft es mit dem gewonnen Wissen dann ganz eigene, vielleicht wirklich einmalige Bilder umzusetzen.

Hat man es erstmal geschafft sich eine gewisse technische Fertigkeit und einen Blick für interessante Motive zuzulegen, dann kann es auch nicht schaden einen eigenen Bildstil, eine individuelle Bildsprache mit Wiedererkennungseffekt zu entwickeln. Das allerdings ist ein Prozess, der sich kaum willentlich beeinflussen lässt, welche Bilder einem selbst am besten gefallen ist Geschmackssache und bildet sich mit steigender Zahl an Sportfotos ganz von selbst aus.