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6. Sportarten im Detail

6.2. Handball

Handball stellt als schneller Hallensport natürlich gewisse Anforderungen an Equipment wie an den Fotografen. Hohe ISO-Zahlen und eine offene Blende sollten von vorneherein einkalkuliert werden, um mit ausreichend kurzen Verschlusszeiten von 1/500 s oder kürzer ausreichend scharfe Action-Bilder zu bekommen. Das schlechte Licht verlangt auch nach konzentriertem, ständigem Nachfokussieren, da sich der Autofokus bei Dunkelheit naturgemäß schwerer tut als bei Helligkeit.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Ein Angreifer wird von zwei Gegenspielern geblockt, aufgenommen von einer Position etwa sieben Meter rechts vom Tor innerhalb der weiter gedachten Torraumlinie. (200 mm, Blende 2.2, 1/1000 s, ISO 1600)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Am spektakulärsten wirken immer gewaltige Angriffe, bei denen ein Spieler mit aller Gewalt den Block des Gegners an der Torraumlinie durchbricht um den Ball auf das Tor zu werfen. Diesen Augenblick erwischt man am besten von einem niedrigen Standpunkt rechts oder links neben dem Tor innerhalb der weiter gedachten Torraumlinie. Da die Spieler den Torraum nicht betreten dürfen ergibt sich so, abgesehen vom je nach Lust und Laune mal auf der einen oder anderen Seite des Tores auftauchenden Schiedsrichter, ein freier Blick auf den im Idealfall fast genau Richtung Kamera springenden Angreifer. Für diese Bilder ideal ist eine Brennweite zwischen 70 und 200 mm, bei Bedarf (besonders im Amateursport sind Hallen oft sehr dunkel) auch eine lichtstarke Festbrennweite wie ein 85 mm 1.8 oder 135 mm 2.0. Mit einer langen Brennweite ab 300 mm lassen sich auch Bilder vom parierenden Torwart und dem Angriff auf der Gegenseite des Spielfeldes schießen.

Besondere Umsicht sollte man bei den zahlreichen Würfen auf das Tor walten lassen. Verfehlt nämlich einer das Ziel und pfeift knapp am Tor vorbei, kann er durchaus zur Gefahr für Fotografen und Kameras werden. Es empfiehlt sich also zur eigenen Sicherheit, immer mit mindestens einem Auge den Ball zu verfolgen um keinen schmerzhaften Querschläger abzubekommen.

Ansonsten ist Handball von den manchmal widrigen Umständen abgesehen ein relativ einfach zu fotografierender Sport, weil sich der Ort des Geschehens innerhalb der Kreislinie und entlang der Torraumlinie sehr gut eingrenzen lässt. Wer dem zirkulierenden Ball folgt und bereit ist, sobald ein Spieler den Überraschungsangriff wagt, der wird sehr schnell erste Erfolge erzielen. Neben dem Durchbrechen der Abwehrmauer kann bei einem Wurf auch das Einbeziehen des Torwarts im Vordergrund ein schönes Gestaltungsmittel sein.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Rot: Typische Fotopositionen. Blau: Trainer. Grau: Spieler und beispielhaft eine typische Spielbewegung.

Wie immer gilt: Wenn man sich gerade sicher vor verfehlten Würfen fühlt, sollte man den Blick immer mal wieder Richtung Bank schweifen lassen. Je nach Aufenthaltsort des Trainers an der Linie können 200 mm eine gut passende Brennweite für solche Bilder sein.