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6. Sportarten im Detail

6.3. Basketball

Wieder eine Hallensportart, wieder sehr schnell - welche Anforderungen das an unser Equipment stellt dürfte damit bereits geklärt sein: Lichtstarke Optiken, hohe ISO-Empfindlichkeit und besondere Anforderungen an den Autofokus und unser Zielvermögen. Im Gegensatz zu Handball und Fußball aber eine Sportart, bei der nicht alles auf ein Tor, sondern auf einen Korb in 3,05 Meter Höhe zuläuft. Besonders der Abschluss also, ein Dunk, Korbleger oder die Sprünge zum Rebound, sind alles Aktionen, die in die senkrechte ausgeführt werden, bevorzugt von Personen die dank ihrer Körpergröße an sich schon jedes Hochformat sprengen. Besonders also für die ohnehin meist spektakulärsten Aktionen unter dem Korb ist also das Hochformat oft die bessere Wahl. Querformat eignet sich dagegen besonders für Zweikämpfe entlang der Freiwurflinie, bei denen der Angreifer oft versucht Richtung Korb nach innen zu ziehen und vom Gegenspieler geblockt wird.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Basketball aus der Vogelperspektive: In den wenigsten Hallen gibt es "Catwalks" unter der Hallendecke, deshalb musste hier eine Remotekamera installiert werden. (23 mm, Blende 2.8, 1/400 s, ISO 3200)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Als Position zum Fotografieren bietet sich im Prinzip die gesamte Stirnseite des Spielfeldes an, je nach Nähe zum Korb sind aber unterschiedliche Brennweitenbereiche sinnvoll. Während man in den Spielfeldecken eher mit einer mittleren Telebrennweite von 70-200 mm zum Erfolg kommt, braucht man direkt unter dem Korb einen deutlich weiteren Blickwinkel, ein Objektiv mit 24-70 mm mm Brennweite kann hier ideal sein um die hohen Sprünge der langen Jungs und Mädels in ihrer Gesamtheit abzulichten. Je näher dran man ist und je kürzer die Brennweite, desto spektakulärer wirken natürlich gerade Sprünge am Korb. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass damit auch immer mehr von der Sporthalle im Hintergrund zu sehen ist, was in großen Bundesliga-Arenen mit strahlenden Scheinwerfern vor dunklen, hohen Tribünenrängen die Wirkung des Bildes noch verstärken kann, in kleinen kahlen Schulturnhallen ohne Zuschauer aber oft sehr ernüchternd aussieht. Um Aktionen unter dem Korb auf der anderen Seite abzulichten braucht es deutlich mehr Brennweite, 300 mm sollten aber reichen. Sollte man es mit besonders schlechter Beleuchtung zu tun haben und mit 2.8er Zooms nicht mehr zu Rande kommen, was besonders in den niedrigeren Ligen oft vorkommt, dann ist das 85 mm 1.8 als lichtstarker Allrounder empfehlenswert. Mit ihm kann man Richtung Spielfeldecke sitzend sowohl Aktionen unter dem Korb wie auch nahe Zweikämpfe formatfüllend auf den Sensor bannen kann.

Wie weit man vom Spielfeldrand entfernt sitzen kann bestimmen in erster Linie Bauart des Feldes und vor allem die Schiedsrichter, die immer wieder zwischen Spielfeld und Bande laufen und dabei nicht über Fotografen und deren Ausrüstung stolpern wollen. Im eigenen Interesse sollte man sich also an deren Anweisungen halten, denn als Fotograf in irgendeiner Weise Einfluss auf das Spielgeschehen zu nehmen ist das peinlichste und unangenehmste, das einem passieren kann. Von eventuellen weiteren Konsequenzen ganz abgesehen.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Rot: Typische Fotopositionen. Blau: Trainer. Grau: Spieler und beispielhaft eine typische Spielbewegung.

Je näher man übrigens am Korb sitzt, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit, dass einmal ein Spieler zur Rettung eines Balls über das Ziel, spricht die Spielfeldgrenze, hinausschießt und gegen oder über die Bande fliegt. Auch um in solchen Fällen sowohl den Spieler wie das eigene Equipment nicht übermäßig zu gefährden ist es deshalb ratsam, mit möglichst kleiner Ausrüstung auf möglichst kleinem Raum auszukommen.