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6. Sportarten im Detail

6.7. Kampfsportarten

Kampfsportarten wie Boxen oder Ringen ermöglichen oft eine ungewöhnliche Nähe zum Geschehen, in dem man direkt am Ring stehen kann. Das erfordert entsprechende Brennweite von 24-70 mm, für enge Close-Up-Aufnahmen auch manchmal etwas mehr. In manchen Fällen bleibt einem aber auch nur ein Fotoplatz relativ weit ab vom Schuss auf der Tribüne. In diesem Fall sind Brennweiten von 300 mm aufwärts oft die einzige Wahl.

Hat man aber die Chance direkt am Ring zu stehen sollte man sich diese nicht entgehen lassen. Kurze Brennweiten vermitteln dem Betrachter, er wäre mittendrin im Kampf. Eine niedrige Perspektive, wie sie bei vielen erhöhten Boxringen ganz automatisch entsteht, lässt die Kämpfe zusätzlich intensiver wirken.

Am sichersten fährt man beim Boxen mit Oberkörperaufnahmen der beiden Kämpfer, wobei man hier das Autofokusmessfeld entsprechend auf die linke oder rechte Seite verlegen sollte, um nicht ständig auf den Hintergrund zwischen beiden Kämpfern scharf zu stellen. Ein Bild im Moment eines Treffers, fliegender Schweiß und Blut im Schweinwerferlicht vermitteln die Action, das geschundene Gesicht eines Kämpfers dokumentiert die Strapazen.

Bei Ringen, Karate oder ähnlichem empfiehlt es sich dagegen, auch die Beine mit aufs Bild zu nehmen, da diese oft wesentlich bei bestimmten Würfen oder Griffen beteiligt sind. Kann man hier nur weiter weg von der Matte fotografieren, dann ist eine Brennweite von 70-200 mm wieder eine gute Wahl.

Eine gewisse Lichtstärke von mindestens 2.8 ist in den zahlreichen eher schlecht beleuchteten Hallen solcher Veranstaltungen wieder notwendig, um ISO-Exzesse zu vermeiden. Dies ist allerdings sehr ortsabhängig und mit modernen Gehäusen deutlich weniger problematisch als noch vor einigen Jahren.