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6. Sportarten im Detail

6.8. Ausdauersportarten

Ausdauersportarten sind manchmal Fluch und Segen zu gleich: Einerseits dauern sie relativ lange, was Zeit gibt um verschiedene Bildideen auszuprobieren, andererseits gehen sie meistens über lange Streckenverläufe.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Ein Radfahrer beim Ironman France vor dem charakteristischen Hotel Negresco in Nizza. Der Bezug zur Umgebung ist bei Ausdauerssport besonders wichtig. (16 mm, Blende 16, 1/200s, ISO 200, Blitz)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Während Marathons meistens durch die halbe Stadt führen, legen Radrennfahrer oft hunderte Kilometer an einem Tag zurück. Das ermöglicht zwar viele Verschiedene Motive vor teils einmaligen Kulissen, allerdings stellt es gewisse logistische Anforderungen auch an den Fotografen. Manche Veranstalter bieten je nach Wichtigkeit des Medienvertreters eine Art Shuttleservice per Auto oder Motorrad an, mit dem man die führenden Teilnehmer immer wieder überholt um sie an neuen markanten Streckenpunkten zu fotografieren. Manchmal muss man sich selbst darum kümmern, ohne dabei aber die Strecke betreten geschweige denn befahren zu dürfen. Bei Marathon-Strecken in der Stadt kann hier ein Fahrrad gute Dienste erweisen.

Generell gilt es, sich die Streckenkarte vorher genau anzusehen, viele Veranstalter geben auch die zu erwartende Zwischenzeiten an. So kann man sich im Vorfeld überlegen, an welchen Stellen ein gutes Motiv zu erwarten ist und wie man dann von dort zum nächsten Punkt kommt. Solche Veranstaltungen schreien direkt danach, die Teilnehmer nicht nur einzeln freigestellt, sondern auch unter Einbeziehung der Kulisse zu fotografieren, die ja ein wesentliches Charakteristikum jedes Rennens ist. Bei Radrennen sind außerdem quälende Anstiege meist fotogener als rasante Bergabfahrten mit eingezogenem Kopf - leichter zu fotografieren sind die langsamen Bergauffahrten sowieso.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Je näher desto besser: Wasserauslauf eines Triathlons mit Weitwinkel und Blitz, um den blauen Himmel zu betonen. (16 mm, Blende 7.1, 1/250 s, ISO 100)

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Wasserausläufe beim Triathlon, Verpflegungsstationen für Features und natürlich bei jeder Veranstaltung der Zieleinlauf des Siegers gehören zum Pflichtprogramm. Rechtzeitig zurück am Ziel zu sein muss also unbedingt eingeplant werden. Denn ein erschöpfter, aber jubelnder Sieger zieht immer.

Gerade weil man viel unterwegs ist und Standorte wechselt empfiehlt sich leichtes Gepäck. Ein Weitwinkel und ein Standard-Telezoom sind meistens schon genug, um eine große Vielfalt an Motiven entlang der Strecke ablichten zu können. Besonders von Vorteil ist es natürlich, wenn man im Team arbeiten kann, da sich die gesamte Veranstaltung so deutlich entzerrt und für jeden mehr Zeit bleibt, bestimmte, eventuell aufwändigere Bildideen umzusetzen. Entlang der Strecke sollte man als Einzelkämpfer genauso wie im Team ständig die Augen nach neuen Motiven offen halten. Ist es doch bei Ausdauersportarten besonders vom Fotografen abhängig, wie gut die Fotos wirklich werden, da die Teilnehmer im Normalfall ja nur den immer gleichen Bewegungsablauf abspulen und so von den zum Glück seltenen Stürzen abgesehen kaum für besondere Bilder sorgen.