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7. Nachbearbeitung

7.2. Bildbeschriftung und Archivierung

Die Digitalfotografie bringt die zweifelhafte Freude mit sich, dass man auf verhältnismäßig günstigen Speicherkarten immer wieder von neuem Unmengen Bilder speichern kann, ohne das dabei wie zu Filmzeiten horrende Kosten entstehen. Abgesehen davon, dass man im Sport ohnehin einen beträchtlichen Ausschuss an Bildern fabriziert, den man ohne Scheu einfach löschen sollte statt ihn für die Ewigkeit zu konservieren, muss man für den verwertbaren Rest natürlich eine geeignete Lösung zur Archivierung finden. Auch wenn man Bilder an Tageszeitungen oder Agenturen versenden will, erwarten diese natürlich eine gute und passende Beschriftung der Bilder zur korrekten Zuordnung.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Bildverwaltungssoftware: Um auch bei einer großen Zahl von Veranstaltungen und Bildern noch die Übersicht zu behalten, ist Bildbeschriftung unerlässlich. Im Pressealltag gehören IPTC- und XMP-Daten ebenfalls zum Standard.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Das Bildformat JPEG sieht hierfür die sehr mächtige Möglichkeit der IPTC-Daten vor. Diese Metadaten, die in der Bilddatei selbst gespeichert sind und so immer eine zweifelsfreie Zuordnung ermöglichen, bieten vielfältige Möglichkeiten zur Bildbeschriftung. Sie gehen weit über die von der Kamera selbst in die Dateien geschriebenen Informationen der EXIF-Daten hinaus, die eigentlich nur die verschiedenen technischen Aufnahmedaten in die Datei schreiben. IPTC-Daten ermöglichen ausführliches Vertexten des Bildinhaltes, was ein zuverlässiges Wiederfinden der Bilder auch in großen Datenbanken ermöglicht. Neben den obligatorischen Daten zu Aufnahmeort und -zeit lassen sich in der "Caption" bis zu 2000 Zeichen lange Bildbeschreibungen verfassen, außerdem beliebig viele Stichwörter und zahlreiche weitere Infos zum Beispiel zum Fotografen oder dem gewünschten Bildnachweis. Die meisten Daten bleiben für alle Bilder einer Veranstaltung gleich, weswegen sie zur Zeitersparnis in einigen Programmen vorgegeben beziehungsweise mit Stapelverarbeitung zugewiesen werden können. Individuell unterschiedlich sollten aber zumindest die Caption und bei Bedarf die Schlüsselwörter sein, in denen man vor allem Bildspezifische Daten wie die abgebildeten Personen und deren Funktion und Handlung eingibt. So lassen sich durch entsprechende Suchanfragen in der Bildverwaltungssoftware oder in Online-Datenbanken leicht und schnell Bilder von bestimmten Personen oder Situationen wieder finden. Natürlich eignet sich diese Art der Bildbeschriftung auch für jede andere Art der Fotografie und wird mit zunehmender Zahl von Bildern immer wichtiger. Dabei sollte man von Anfang an sehr strukturiert und durchdacht vorgehen und zum Beispiel standardisierte Stichwörter oder Begriffe zur Bildbeschreibung verwenden, um bei der späteren Suche alle relevanten Bilder zu erfassen.

Neben den IPTC-Daten gibt es vor allem in Adobe-Programmen und einer zunehmenden Zahl anderer Software auch die Möglichkeit der XMP-Daten, die in sehr ähnlicher Form ebenfalls eine ausführliche Vertextung der Bilder mit Metadaten ermöglichen und über kurz oder lang wohl zum Standard werden könnten. Ihre Funktionsweise ist ähnlich, welchen Standard man benutzt bleibt einem selbst und der verwendeten Software überlassen. Die meisten Programme zur Bildverwaltung unterstützen heute beide Möglichkeiten.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Bildbeschriftung in PhotoMechanic: Mit Hilfe von definierbaren Abkürzungen und Verweisen auf andere Felder geht die Beschriftung im Pressealltag besonders effizient vonstatten. Für Hobbyfotografen erfüllen auch Programme wie Adobe Lightroom ihren Zweck und eignen sich nebenbei noch zur Bildbearbeitung.

Foto: Benedikt Altschuh / actionpixel.de

Wie man seine Bilder abspeichert bleibt ebenfalls vor allem dem persönlichen Geschmack und der eigenen Logik überlassen. Man kann Dateien entsprechend dem Aufnahmedatum mit fortlaufender Nummer umbenennen oder mit Originaldateinamen archivieren, sie in einzelne Kategorien und Veranstaltungsspezifische Ordner stecken oder von einer Software automatisch archivieren lassen. Der wichtigste Punkt wurde ja schon eingehend behandelt: Das A und O ist letztlich die gute Bildbeschriftung, für die man nach oder während der Veranstaltung entsprechende Zeit einplanen sollte, die mit etwas Übung und strukturiertem Vorgehen aber sehr schnell von der Hand geht. Dadurch lassen sich Bilder egal in welcher Form sie sonst gespeichert wurden mit einer entsprechenden Bildverwaltungssoftware leicht wieder finden. Von Freeware-Programmen wie Google Picasa über eigenständige Lösungen mit integrierten Bildbearbeitungsfunktionen wie ACDSee oder Adobe Lightroom bis hin zu schon sehr auf die Bedürfnisse von Profis zugeschnittenen Programme wie FotoStation oder PhotoMechanic hat man je nach Bedarf und Budget eine reiche Auswahl an entsprechenden Verwaltungslösungen. Da es von den meisten Programmen kostenlose Demo-Versionen gibt, bietet es sich natürlich an, einige Produkte erstmal auszuprobieren um die ideale Lösung zu finden. Auswahl gibt es jedenfalls genug.